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Schreib dich nicht ab! Alphabetisierung muss weiter gefördert werden

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Heute (08.09.) ist Weltalphabetisierungstag. Der Bundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek und Ulrich Steffen von der Volkshochschule Unna Fröndenberg  Holzwickede setzen sich seit mehreren Jahren für die Förderung von Angeboten für funktionelle Analphabeten ein. In Deutschland gibt es immer noch bis zu 7 Millionen Menschen, die nicht richtig lesen und schreiben können. Mit niedrigschwelligen Angeboten durch die Volkshochschulen oder durch das ALFA-Telefon wird einer großen Gruppe von Menschen die Chance gegeben, diese Grundfertigkeiten zu erlernen. Der Bund hat im Jahr 2015 die Alphabetisierungsdekade ausgerufen, um die Zahl funktioneller Analphabeten zu reduzieren.

„Lesen und schreiben sind zentral für die Teilhabe an unserer Gesellschaft. In fast allen Lebensbereichen müssen wir lesen und schrieben können, um selbstbestimmt leben zu können. Viele Betroffene schämen sich für ihre Lage und verstecken sich. Das muss nicht sein, denn es gibt gute Angebote, die helfen, das Problem zu lösen.“, erklärt der Bundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek, Mitglied im Ausschuss für Bildung und Forschung des Bundestages.
„Seit mehreren Jahren bietet die VHS kostenlose Kurse zur Verbesserung der Lese- und Schreibkompetenz an. Im kommenden Semester ist ab November erstmals ein 3-monatiger Intensivkurs in unserem Angebot“, ergänzt Ulrich Steffen, Studienbereichsleiter für Grundbildung und Alphabetisierung bei der Volkshochschule Unna Fröndenberg Holzwickede.

Mehr Geld für die Alphabetisierung

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Die Mittel für Alphabetisierung und Grundbildung werden im Haushalt 2015 um sechs Millionen Euro erhöht. Damit stehen im kommenden Jahr knapp 20 Millionen Euro für die Stärkung mangelnder Grundbildungskompetenzen in Deutschland zur Verfügung. Die SPD-Bundestagsfraktion setzt damit ein weiteres wichtiges Ziel im Koalitionsvertrag um.

Die Steigerung der Bundesmittel im Alphabetisierungsbereich um mehr als 40 Prozent auf knapp 20 Millionen Euro in 2015 ist ein entscheidender Schritt, um Lese- und Schreibkompetenzen funktionaler Analphabeten in Deutschland zu stärken. Damit können die bisherigen Bemühungen von Bundesseite im Rahmen der nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung deutlich gesteigert werden.

Die Mittel sollen im Rahmen der neuen nationalen Alphabetisierungsdekade unter anderem in ein Förderprogramm für Familien fließen, den Ausbau von Weiterbildungsangeboten für Kursleiterinnen und Kursleiter fördern, die arbeitsplatzorientierte Grundbildung stärken oder auch Leseprodukte in Einfacher Sprache fördern. Vor allem mit zielgruppengenauen Aktivitäten und Programmen sollen Fortschritte im Kampf gegen Analphabetismus im Rahmen der nationalen Dekade für Alphabetisierung erzielt werden.

In Deutschland können rund 7,5 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren nicht richtig lesen und schreiben. Das ist knapp jeder siebte erwerbsfähige Deutsche. Der Kampf gegen Bildungsarmut in Deutschland ist damit nicht auf das Kindes- und Jugendalter beschränkt.

Arbeitsbedingungen von Lehrkräften in Integrationskursen verbessern

Am 21. Februar hat Oliver Kaczmarek eine Rede zu Tagesordnungspunkt 21a der 222. Sitzung des 17. Deutschen Bundestages gehalten. Dabei ging es um den Antrag der SPD-Bundestagsfraktion „Arbeitsbedingungen von Lehrkräften in Integrationskursen verbessern“:

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen,

erneut geht es heute um Wertschätzung. Wertschätzung der Bedeutung von Einwanderinnen und Einwanderern für unsere Gesellschaft, Wertschätzung der integrationspolitischen Anstrengungen, Wertschätzung der Arbeit hochqualifizierter Fachkräfte.

Die vorgeschriebenen Integrationskurse für Migrantinnen und Migranten sind ohne Zweifel ein wichtiger Grundpfeiler für die Integration in Deutschland. Dementsprechend ist die pädagogische Tätigkeit in Integrationskursen sowohl für die Integrationspolitik als auch für die Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit unerlässlich. Dies spiegelt sich leider nicht in den Arbeitsbedingungen und der Entlohnung der Integrationslehrkräfte wider.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat in ihrem Schwarzbuch zur Arbeit in Integrationskursen die prekären Arbeitsbedingungen der hochqualifizierten Pädagoginnen und Pädagogen aufgezeigt und dringend Verbesserungen angemahnt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das die Integrationskurse organisiert und über die Träger finanziert, weiß bestens über die inakzeptablen Verhältnisse Bescheid – hat es doch selbst ein Gutachten in Auftrag gegeben, das „eine unterdurchschnittliche Vergütung“ der Lehrkräfte konstatiert. Meine Damen und Herren, so sieht echte Wertschätzung nicht aus!

Die SPD-Bundestagsfraktion hat als erste Fraktion auf die erschreckenden Ergebnisse der leo.-LevelOne-Studie reagiert. Besonders die immens hohe Zahl funktionaler Analphabeten in Deutschland – 7,5 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter – muss endlich reduziert werden. Neben den örtlichen Volkshochschulen leisten auch die Integrationskurse einen wichtigen Beitrag zur Alphabetisierung und Grundbildung in Deutschland. Sie werden in der überwiegenden Mehrheit von kleinen, lokalen Trägern angeboten. Wenn man einmal mit diesen Trägern spricht, wird deutlich, dass diese die Arbeitsbedingungen ihrer Lehrkräfte auch sehr gerne verbessern würden. Sie sind jedoch schlicht und einfach nicht in der Lage, die unzureichende Vergütung durch das BAMF aus eigenen Mitteln aufzustocken. Genauso wenig können sie die Ausfälle bei den Sozialversicherungsbeiträgen auffangen. Und das sollte auch nicht ihre Aufgabe sein. Integration ist eine gesamtstaatliche Aufgabe und der Bund muss dringend seiner Verantwortung gerecht werden, in dem er für eine qualifikationsangemessene Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen Sorge trägt. Deshalb legen wir heute diesen Antrag vor, der vielfach auch mit den betroffenen Lehrkräften, Trägern und Kommunen besprochen wurde.

Die herausgehobene Bedeutung der Arbeit in Integrationskursen für unsere gesamte Gesellschaft muss sich endlich in Wertschätzung der Lehrkräfte, also auch in einer angemessenen Entlohnung und in sozialer Absicherung niederschlagen!

Vielen Dank.

Den Antrag der SPD-Bundestagsfraktion finden Sie unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/106/1710647.pdf

Nationale Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener darf nicht auf der Stelle treten

Anlässlich des Werkstattgesprächs der SPD-Bundestagsfraktion zur Alphabetisierung und Grundbildung in Deutschland erklären der bildungs- und forschungspolitische Sprecher Dr. Ernst Dieter Rossmann und der zuständige Berichterstatter Oliver Kaczmarek: Weiterlesen