• Link zu Facebook
  • Link zu X
  • Link zu Youtube
  • Link zu Flickr
Fragen? Büro Unna: 0 23 03 – 25 314 30 – Büro Berlin: 030 – 227 71554
Oliver Kaczmarek, MdB
  • Über mich
  • Kreis Unna
  • Bundestag
  • Themen
  • Aktuelles
  • Service
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Es bleibt dabei: Atomkraft – Nein Danke!

Im Gespräch

Anlagen der Atomindustrie und der Austausch mit Mitgliedern der französischen Nationalversammlung standen im Mittelpunkt einer dreitägigen Reise der deutsch-französischen Parlamentariergruppe in der sitzungsfreien Woche. Dabei wurde deutlich: in der Energiepolitik gehen Frankreich und Deutschland unterschiedliche Wege.

Auf dem Programm standen der Besuch eines im Betrieb befindlichen Atomkraftwerkes des französischen Energieversorgers Electricité de France (E.D.F.) in Flamanville in der Normandie, der Besuch des im Bau befindlichen Druckwasserreaktors EPR am selben Standort, die Besichtigung der Wiederaufbereitungsanlage in La Hague, die vom Energiekonzern AREVA betrieben wird und Gespräche mit den lokal Verantwortlichen in Flamanville sowie der Konzernchefin des AREVA-Konzerns Anne Lauvergeon. Dabei wurde deutlich, dass Frankreich auch langfristig die Versorgung über Atomenergie als zukunftsweisend ansieht:

  • Etwa 80% des in Frankreich produzierten Stroms stammt aus der Atomenergie (beim Verbrauch liegt die Quote darunter, da aufgrund mangelnden oder zu warmen Kühlwassers im Sommer zahlreiche Reaktoren abgeschaltet werden müssen und u.a. Strom aus deutschen Kraftwerken importiert werden muss)
  • Die gesellschaftliche und politische Akzeptanz für Atomenergie ist hoch. In Flamanville haben sich die Menschen in einer Abstimmung mit deutlicher Mehrheit für den Bau des EPR-Reaktors in ihrer Stadt entschieden. In Deutschland undenkbar. Gleichzeitig konnte man in den Ortschaften auf der Strecke Transparente mit eindeutigen Äußerungen gegen die Windenergie und das Aufstellen von Windrädern sehen.
  • Mit Milliarden-Investitionen wird in eine neue Reaktor-Generation investiert. Allein der Reaktor in Flamanville hat ein geschätztes Volumen von 4 Mrd. Euro. Ein weiterer Reaktor dieser Art ist nördlich der Seine-Mündung geplant. Diese Investitionen stehen nicht für den Ausbau erneuerbarer Energien zur Verfügung.
  • Derzeit wird eine Laufzeitverlängerung für im Betrieb befindliche Reaktoren auf bis zu 60 Jahre diskutiert. Das würde bedeuten, ein 1980 erbauter Reaktor könnte ab heute noch 30 Jahre im Betrieb sein und radioaktiven Müll erzeugen. Welche Auswirkungen auf Verschleiß und Belastung das hat, mag man sich kaum ausmalen.
  • Sehr offensiv wirbt die Atomindustrie damit, dass Atomenergie CO2-freie Stromerzeugung garantiere. Das stimmt aber nicht, weil zwar der Betrieb eines Reaktors tatsächlich wenig CO2 produziert, die Wiederaufbereitung von Uran und Lagerung des Atommülls sogar sehr viel CO2 produziert. Fast könnte man meinen, der Klimawandel kommt der Atomindustrie wie gerufen, um eine neue Legitimation für Atomkraft zu schaffen.

Frankreich investiert gleichwohl in die erneuerbaren Energien und wird die EU-weiten Vorgaben bei deren Anteil an der Stromerzeugung voraussichtlich erreichen. Gleichzeitig ist man aber mit massiver Unterstützung der französischen Regierung dabei, französische Reaktoren ins Ausland zu verkaufen.

Entscheidende Punkte sind aber dort wie hier weiterhin ungeklärt. Für die Endlagerung des radioaktiven Mülls gibt es kein Konzept. Es scheint auch fast unmöglich, eine Endlagerung mit sicheren Prognosen für einige Tausend Jahre zu finden. Die Kühlwasserproblematik in Frankreich wird sich angesichts sinkender Niederschlagsmengen in Folge des Klimawandels eher noch ausweiten.

Neben den energiepolitischen Themen, die bei einem Kolloqium Mitte November in Bordeaux noch einmal vertieft diskutiert werden sollen, war insbesondere das Gespräch mit den französischen Kolleginnen und Kollegen aus der Nationalversammlung wichtig. Dabei ist noch einmal deutlich geworden, wie bedeutsam das freundschaftliche Verhältnis zwischen Deutschen und Franzosen ist. Nicht nur die europäische Einigung spielt dabei eine Rolle, für die jedoch beide Nationen von erhebliche Verantwortung tragen.  Gerade in der Normandie und bei älteren Kolleginnen und Kollegen ist dabei immer noch die Tatsache bedeutsam, dass wir nunmehr seit 65 Jahren in Frieden miteinander leben und in Freiheit Europa als friedfertigen Kontinent ausbauen können.

27. Juni 2010/von Oliver Kaczmarek
Schlagworte: Atomenergie, Frankreich, Kleine Anfragen, Klimaschutz, Neue Energie
https://www.oliver-kaczmarek.de/wp-content/uploads/2025/10/ok-logo-mdb-adler.png 0 0 Oliver Kaczmarek https://www.oliver-kaczmarek.de/wp-content/uploads/2025/10/ok-logo-mdb-adler.png Oliver Kaczmarek2010-06-27 18:10:252010-06-27 18:10:25Es bleibt dabei: Atomkraft – Nein Danke!

Über mich

Ich bin Ihr Bundestagsabgeordneter für Bergkamen, Bönen, Fröndenberg, Holzwickede, Kamen, Schwerte und Unna. Bei der Bundestagswahl vom 24. September 2017 haben Sie mich bereits zu dritten Mal als Ihren direkten Vertreter in den Bundestag gewählt. Mit einem klaren Profil: für Chancengleichheit, für gute Arbeit, für mehr Gerechtigkeit und für ein modernes und offenes Deutschland.

Mehr über mich…

Search Search

Neueste Beiträge

  • Im Bundestag beschlossen: Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung stabilisieren
  • Kabinett beschließt Bundeshaushalt 2027
  • Diätenerhöhung für Bundestagsabgeordnete wird ausgesetzt
  • Gebäudemodernisierungsgesetz reformiert
  • Abhängigkeit reduzieren und Arzneimittelversorgung sichern

Archiv

Kategorien

  • Allgemein
  • Altersvorsorge
  • AnsprechBar
  • Antisemitismusbekämpfung
  • Arbeit und Soziales
  • Ausbildung
  • Äußeres und Verteidigung
  • Banken
  • Bauen
  • Belarus
  • Bergkamen
  • Berlin
  • Bildung
  • Bönen
  • Bundestagswahl 2025
  • Bundeswehr
  • Bürgergeld
  • Corona / SARS-CoV-2
  • Demokratie
  • Digitales
  • Dossiers
  • E-Mobilität
  • Ehrenamt
  • Elektromobilität
  • Entlastung
  • EU-Ebene
  • Europa
  • Familie
  • Finanzen
  • Förderung
  • Forschung
  • Frauen
  • Fröndenberg
  • Führungsposition
  • Gaza
  • Gedenktag
  • Gemeinsam stark für morgen
  • Gender Pay Gap
  • Gesundheit und Pflege
  • Gleichstellung
  • Grundsicherung
  • Haushalt
  • Herdenschutz
  • Holocaust
  • Holzwickede
  • Humanitäre Hilfe
  • Im Gespräch
  • Importdruck
  • Industrie
  • Infodienst
  • Infrastruktur
  • Inneres
  • Inneres und Justiz
  • Internationales
  • Israel
  • Jugend
  • Kamen
  • Katastrophenschutz
  • Klima
  • Kommunen
  • Kraftstoffe
  • Krankenversicherung
  • Kredite
  • Kreis Unna
  • Krieg
  • Kultur
  • Landwirtschaft
  • Litauen
  • Menschenrechte
  • Mieten
  • Mobilität
  • Naturschutz
  • Presse und Co.
  • Programmatisch
  • Raumfahrt
  • Rente
  • Roter Rucksack
  • Schwerte
  • Sicherheit
  • Sozialleistungen
  • Sport
  • Städtebau
  • Teilhabe
  • TTIP
  • Umwelt und Energie
  • Unna
  • Verbraucherschutz
  • Verkehr und Infrastruktur
  • Wahl
  • Wirtschaft und Finanzen
  • Wissenschaftsfreiheit
  • Wohnen
  • Zukunftsaufgabe Bildung
CC-BY-SA Oliver Kaczmarek, MdB | Impressum | Datenschutzerklärung
  • Link zu Facebook
  • Link zu X
  • Link zu Youtube
  • Link zu Flickr
Link to: Baustellen ohne Ende: Schwarz-Gelb stellt sich als regierungsunfähig heraus Link to: Baustellen ohne Ende: Schwarz-Gelb stellt sich als regierungsunfähig heraus Baustellen ohne Ende: Schwarz-Gelb stellt sich als regierungsunfähig herau... Link to: Bundespräsidentenwahl: Interesse an Demokratie weiter wach halten Link to: Bundespräsidentenwahl: Interesse an Demokratie weiter wach halten Bundespräsidentenwahl: Interesse an Demokratie weiter wach halten
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen